Branchen Stahl & Metalle

Digitale Produktpässe für Stahl und Metalle

Eisen und Stahl stehen im Arbeitsplan der EU-Ökodesign-Verordnung (ESPR) ganz vorn bei den Zwischenprodukten, dicht gefolgt von Aluminium. Der Produktpass macht chemische Analysen, Schrottanteile, Herkunft und den verifizierten CO₂-Fußabdruck über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg maschinenlesbar.

ESPR (EU) 2024/1781 + CBAM Erste Welle Zwischenprodukte · 2027–2028 Schmelzen- (Heat) / Chargen- & Produktebene
Digitale Produktpässe für Stahl und Metalle
Schwerpunkte im Produktpass

Werkszeugnisse (EN 10204 3.1) · Schmelzen-/Chargen-Tracking · Schrottanteil & CO₂e pro Tonne

Rechtsrahmen ESPR (Zwischenprodukte) + CBAM & CPR

Eisen und Stahl gehören zur ersten Welle delegierter ESPR-Rechtsakte und greifen direkt in CBAM und BauPVO ineinander.

Identifikationsebene Schmelze (Heat) & Charge

Legierungsbestandteile, mechanische Werte und Emissionen variieren je nach Produktionsroute und einzelner Schmelze.

Kundenanforderung Zulieferdaten für OEM-Produktpässe

Automobil-, Maschinenbau-, Batterie- und Baukunden benötigen Ihre Stahl- und Aluminiumdaten für ihre eigenen DPPs.

Was gilt – und warum diese Produktgruppe priorisiert ist

Eisen und Stahl gehören zu den allerersten Produktgruppen, für die ein delegierter Rechtsakt unter der ESPR (EU) 2024/1781 erlassen wird; Aluminium folgt auf demselben Pfad für energieintensive Grundstoffe. Gleichzeitig verlangen der europäische CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) und die novellierte Bauprodukteverordnung (CPR) verifizierte Emissionsdaten und Herkunftsnachweise (Melt and Pour).

Obwohl die Stahl- und Metallindustrie seit Jahrzehnten mit Abnahmeprüfzeugnissen nach EN 10204 (2.2 / 3.1 / 3.2) arbeitet, werden diese noch immer fast ausschließlich als PDF-Dateien oder Papierausdrucke verschickt und beim Kunden manuell abgetippt. Mit digitalen Produktpässen werden Zeugniswerte, Pre-/Post-Consumer-Schrottanteile und Product Carbon Footprints in ein standardisiertes digitales Format überführt, das direkt in die Produktpässe der weiterverarbeitenden Industrie einfließt.

Produktdaten und Nachweise, die Sie jetzt erfassen sollten

Ein digitaler Produktpass basiert auf belastbaren Stammdaten und rückverfolgbaren Lieferantennachweisen. Für diese Produktgruppe sollten Sie vier Datenbereiche strukturieren:

Zeugnisse & Analyse

Chemische Analyse und mechanische Kennwerte

  • Stahlsorte / Legierungsbezeichnung (EN-/Werkstoffnummer, ASTM), Abmessungen und Toleranzen
  • Chemische Schmelzenanalyse pro Heat-Nummer aus dem Abnahmeprüfzeugnis EN 10204 3.1/3.2
  • Mechanische Prüfwerte (Streckgrenze, Zugfestigkeit, Kerbschlagarbeit, Härte)
  • Oberflächenbehandlung, Beschichtungen (z. B. Feuerverzinkung, Bandbeschichtung) und Korrosionsschutz
Klima & Energie

Emissionsdaten, EPD und CBAM-Kennzahlen

  • Spezifischer Product Carbon Footprint (PCF, t CO₂e pro Tonne Metall) je Produktionsroute
  • Herstellungsroute (Hochofen BF-BOF, Elektrolichtbogenofen EAF, H₂-Direktreduktion DRI, Elektrolyse)
  • Drittverifizierte EPD sowie direkte und indirekte eingebettete Emissionen nach CBAM-Methodik
  • Anteil erneuerbarer bzw. fossilfreier elektrischer Energie im Schmelz- und Walzwerk
Kreislauf & Schrott

Rezyklatanteil und Recyclingfähigkeit

  • Gesamter Recyclinganteil aufgeteilt in Pre-Consumer- (Kreislauf-/Neuschrott) und Post-Consumer-Altschrott
  • Kontrolle unerwünschter Begleitelemente (Tramp Elements wie Kupfer, Zinn) für hochwertiges Recycling
  • Hinweise zur Legierungstrennung bei Demontage und Verschrottung
  • Nachvollziehbarkeit für Closed-Loop-Schrottkreisläufe mit Industriekunden
Lieferkette & Herkunft

Rückverfolgbarkeit vom Schmelzwerk bis zur Lieferung

  • Erschmelzungsland (Melt and Pour), Walzwerk und Weiterverarbeitung im Stahl-Service-Center
  • Durchgängige Verknüpfung von Schmelzennummer (Heat), Coil-/Blech-/Stab-ID und Lieferschein
  • Qualitäts- und Nachhaltigkeitszertifikate (ISO 9001, ISO 14001, ResponsibleSteel, ASI)
  • REACH- und RoHS-Konformitätsbestätigungen für Legierungselemente und Beschichtungen

Typische Daten-Herausforderungen – und wie Sie Datenschulden vermeiden

Solange Abnahmeprüfzeugnisse (3.1) und EPD-Werte als gescannte PDF-Dateien ausgetauscht werden, müssen sowohl Sie als auch Ihre Kunden Schmelzennummern, Legierungsgehalte und CO₂-Werte bei jeder Lieferung manuell abtippen.

Für Stahlwerke, Gießereien, Strangpresswerke, Stahlhändler und Lohnfertiger besteht die Kernaufgabe darin, die physische Charge (Schmelze/Coil/Los) lückenlos mit strukturierten digitalen Daten zu verbinden. Ein Service-Center oder Zulieferer bezieht Material oft von mehreren Werken und spaltet, schneidet oder bearbeitet es weiter – wodurch die Verbindung zum ursprünglichen Schmelzwerk und zum tatsächlichen CO₂-Fußabdruck leicht abreißt.

Mit Original Creation wandeln Sie Daten aus Ihrem ERP, aus EN-10204-Zeugnissen und EPDs in maschinenlesbare Produktpässe pro Artikel oder Charge um, die Ihre B2B-Kunden direkt in ihre eigenen DPP-Prozesse übernehmen können.

In 3 praktischen Schritten zum Start

  1. 1

    Datenfluss von 3.1-Werkszeugnissen und EPDs ins ERP analysieren

    Prüfen Sie, wie Schmelzennummern, chemische Analysen, Schrottanteile und CO₂-Kennwerte heute bei Produktion oder Wareneingang erfasst werden.

  2. 2

    Werkstoffsorten und Chargenattribute in einer Vorlage strukturieren

    Trennen Sie feste Artikelspezifikationen (Werkstoffnummer, Norm, EPD) von chargenspezifischen Werten (Heat-Nummer, Prüfergebnisse, Herkunft).

  3. 3

    Verifizierbare Metallpässe über OC mit B2B-Kunden teilen

    Stellen Sie Bau-, Maschinenbau- und Automotive-Kunden strukturierte Stahl- und Aluminiumpässe per QR-Code am Bundetikett oder per API bereit.

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