Was gilt – und warum diese Produktgruppe priorisiert ist
Eisen und Stahl gehören zu den allerersten Produktgruppen, für die ein delegierter Rechtsakt unter der ESPR (EU) 2024/1781 erlassen wird; Aluminium folgt auf demselben Pfad für energieintensive Grundstoffe. Gleichzeitig verlangen der europäische CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) und die novellierte Bauprodukteverordnung (CPR) verifizierte Emissionsdaten und Herkunftsnachweise (Melt and Pour).
Obwohl die Stahl- und Metallindustrie seit Jahrzehnten mit Abnahmeprüfzeugnissen nach EN 10204 (2.2 / 3.1 / 3.2) arbeitet, werden diese noch immer fast ausschließlich als PDF-Dateien oder Papierausdrucke verschickt und beim Kunden manuell abgetippt. Mit digitalen Produktpässen werden Zeugniswerte, Pre-/Post-Consumer-Schrottanteile und Product Carbon Footprints in ein standardisiertes digitales Format überführt, das direkt in die Produktpässe der weiterverarbeitenden Industrie einfließt.
Produktdaten und Nachweise, die Sie jetzt erfassen sollten
Ein digitaler Produktpass basiert auf belastbaren Stammdaten und rückverfolgbaren Lieferantennachweisen. Für diese Produktgruppe sollten Sie vier Datenbereiche strukturieren:
Chemische Analyse und mechanische Kennwerte
- Stahlsorte / Legierungsbezeichnung (EN-/Werkstoffnummer, ASTM), Abmessungen und Toleranzen
- Chemische Schmelzenanalyse pro Heat-Nummer aus dem Abnahmeprüfzeugnis EN 10204 3.1/3.2
- Mechanische Prüfwerte (Streckgrenze, Zugfestigkeit, Kerbschlagarbeit, Härte)
- Oberflächenbehandlung, Beschichtungen (z. B. Feuerverzinkung, Bandbeschichtung) und Korrosionsschutz
Emissionsdaten, EPD und CBAM-Kennzahlen
- Spezifischer Product Carbon Footprint (PCF, t CO₂e pro Tonne Metall) je Produktionsroute
- Herstellungsroute (Hochofen BF-BOF, Elektrolichtbogenofen EAF, H₂-Direktreduktion DRI, Elektrolyse)
- Drittverifizierte EPD sowie direkte und indirekte eingebettete Emissionen nach CBAM-Methodik
- Anteil erneuerbarer bzw. fossilfreier elektrischer Energie im Schmelz- und Walzwerk
Rezyklatanteil und Recyclingfähigkeit
- Gesamter Recyclinganteil aufgeteilt in Pre-Consumer- (Kreislauf-/Neuschrott) und Post-Consumer-Altschrott
- Kontrolle unerwünschter Begleitelemente (Tramp Elements wie Kupfer, Zinn) für hochwertiges Recycling
- Hinweise zur Legierungstrennung bei Demontage und Verschrottung
- Nachvollziehbarkeit für Closed-Loop-Schrottkreisläufe mit Industriekunden
Rückverfolgbarkeit vom Schmelzwerk bis zur Lieferung
- Erschmelzungsland (Melt and Pour), Walzwerk und Weiterverarbeitung im Stahl-Service-Center
- Durchgängige Verknüpfung von Schmelzennummer (Heat), Coil-/Blech-/Stab-ID und Lieferschein
- Qualitäts- und Nachhaltigkeitszertifikate (ISO 9001, ISO 14001, ResponsibleSteel, ASI)
- REACH- und RoHS-Konformitätsbestätigungen für Legierungselemente und Beschichtungen
Typische Daten-Herausforderungen – und wie Sie Datenschulden vermeiden
Für Stahlwerke, Gießereien, Strangpresswerke, Stahlhändler und Lohnfertiger besteht die Kernaufgabe darin, die physische Charge (Schmelze/Coil/Los) lückenlos mit strukturierten digitalen Daten zu verbinden. Ein Service-Center oder Zulieferer bezieht Material oft von mehreren Werken und spaltet, schneidet oder bearbeitet es weiter – wodurch die Verbindung zum ursprünglichen Schmelzwerk und zum tatsächlichen CO₂-Fußabdruck leicht abreißt.
Mit Original Creation wandeln Sie Daten aus Ihrem ERP, aus EN-10204-Zeugnissen und EPDs in maschinenlesbare Produktpässe pro Artikel oder Charge um, die Ihre B2B-Kunden direkt in ihre eigenen DPP-Prozesse übernehmen können.
In 3 praktischen Schritten zum Start
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1
Datenfluss von 3.1-Werkszeugnissen und EPDs ins ERP analysieren
Prüfen Sie, wie Schmelzennummern, chemische Analysen, Schrottanteile und CO₂-Kennwerte heute bei Produktion oder Wareneingang erfasst werden.
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2
Werkstoffsorten und Chargenattribute in einer Vorlage strukturieren
Trennen Sie feste Artikelspezifikationen (Werkstoffnummer, Norm, EPD) von chargenspezifischen Werten (Heat-Nummer, Prüfergebnisse, Herkunft).
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3
Verifizierbare Metallpässe über OC mit B2B-Kunden teilen
Stellen Sie Bau-, Maschinenbau- und Automotive-Kunden strukturierte Stahl- und Aluminiumpässe per QR-Code am Bundetikett oder per API bereit.