Was gilt – und warum diese Produktgruppe priorisiert ist
Die EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542 ist das erste EU-Gesetz, in dem die Pflicht zum digitalen Produktpass vollständig greift. Anders als bei vielen ESPR-Kategorien, die noch auf delegierte Rechtsakte warten, ist der Stichtag 18. Februar 2027 für leichte Verkehrsmittel (LMT), Elektrofahrzeuge (EV) und Industriebatterien mit einer Kapazität über 2 kWh bereits verbindlich festgelegt.
Die technischen Spezifikationen umfassen rund 71 Datenpunkte in sieben Themenblöcken – von Zellchemie und Rezyklatanteilen für Kobalt, Lithium, Nickel und Blei über den verifizierten CO₂-Fußabdruck bis hin zu Leistungsdaten und Demontageanleitungen. Zudem fordert die Verordnung einen abgestuften Datenzugriff (Tiered Access): Ein statisches PDF reicht nicht aus, wenn Verbraucher, zertifizierte Aufbereiter und Behörden unterschiedliche Informationsrechte haben.
Produktdaten und Nachweise, die Sie jetzt erfassen sollten
Ein digitaler Produktpass basiert auf belastbaren Stammdaten und rückverfolgbaren Lieferantennachweisen. Für diese Produktgruppe sollten Sie vier Datenbereiche strukturieren:
Zusammensetzung und kritische Rohstoffe
- Batteriechemie (z. B. NMC, LFP, LTO) sowie Kathoden-, Anoden- und Elektrolytmaterialien
- Deklaration kritischer Rohstoffe (CRM) und gefährlicher Stoffe in Zellen und Modulen
- Nachgewiesene Rezyklatanteile für Kobalt, Lithium, Nickel und Blei
- Rohstoffherkunft und Nachweise zur Lieferkettensorgfaltspflicht (Due Diligence)
Kapazität, Effizienz und Betriebsdaten
- Nennkapazität (Ah/kWh), Nennspannung, Leistungsfähigkeit und anfänglicher Innenwiderstand
- Erwartete Lebensdauer in Ladezyklen und Kalenderjahren sowie Energieeffizienz
- Zulässige Temperaturbereiche für Betrieb, Ladung und Lagerung
- Datenstruktur für dynamische Werte (State of Health / SoH, Zyklenzähler und Statuswechsel)
CO₂-Fußabdruck und Konformitätsnachweise
- CO₂-Fußabdruck (kg CO₂e/kWh) aufgeschlüsselt nach Lebenszyklusphasen und Leistungsklasse
- Öffentlicher Link zur zugrunde liegenden Studie des CO₂-Fußabdrucks
- EU-Konformitätserklärung (DoC), CE-Kennzeichnung und Prüfberichte (z. B. UN 38.3)
- Herstellerkennung, Produktionsstandort, Herstellungsdatum und Garantiebedingungen
Demontage, Ersatzteile und Recycling
- Explosionszeichnungen, Schaltpläne und Schritt-für-Schritt-Ausbauanleitungen
- Sicherheitshinweise für Handhabung, Tiefentladung und thermisches Durchgehen
- Teilenummern und Bezugsquellen für austauschbare Komponenten
- Symbole zur getrennten Sammlung sowie Leitfäden für Second-Life und Verwertung
Typische Daten-Herausforderungen – und wie Sie Datenschulden vermeiden
Für Batteriehersteller, Pack-Konfektionierer (OEMs) und Importeure von Industriemaschinen mit integrierten Batterien über 2 kWh liegt die Herausforderung selten im Drucken eines QR-Codes – sondern darin, Zelllieferantendaten, BMS-/Fertigungsseriennummern und Konformitätsnachweise zu einem prüffähigen Datensatz je Batterieeinheit zu verknüpfen.
Mit unserem Betroffenheits-Check und unserer strukturierten Datenplattform prüfen Sie schnell, welche der 71 Datenpunkte bereits in Ihrem ERP/PLM vorhanden sind und welche strukturiert bei Zell- und Modullieferanten abgefragt werden müssen.
In 3 praktischen Schritten zum Start
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1
Batteriesortiment nach den EU-Kategorien klassifizieren
Klären Sie genau, welche Einzelpacks und in Maschinen verbauten Batterien unter LMT, EV oder Industriebatterien > 2 kWh fallen und wer Wirtschaftsakteur ist.
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2
Die 71 Datenpunkte zwischen ERP und Lieferanten abgleichen
Trennen Sie statische Modellattribute (Chemie, DoC, Demontagehandbuch) sauber von seriennummernspezifischen Daten (Produktionsdatum, Charge, SoH).
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3
Pässe, QR-Codes und Zugriffsstufen in OC automatisieren
Verknüpfen Sie Produktstammdaten und Lieferantenzertifikate in Original Creation, sodass öffentliche, geschützte und behördliche Ansichten automatisch bereitstehen.