Was gilt – und warum diese Produktgruppe priorisiert ist
Die novellierte EU-Bauprodukteverordnung – CPR (EU) 2024/3110 modernisiert den Informationsfluss rund um Bauprodukte über den gesamten Gebäudelebenszyklus. Die Pflicht zum digitalen Produktpass greift schrittweise, sobald harmonisierte technische Spezifikationen (hEN und EAD) für die jeweilige Produktfamilie überarbeitet und das DPP-Registersystem der EU-Kommission für Bauprodukte eingerichtet sind.
Für Hersteller von Baustoffen, Fenstern, Türen, Tragwerkskomponenten, Dämmstoffen und Gebäudetechnik (TGA) bedeutet das: Vorhandene Unterlagen – wie Leistungserklärungen (künftig kombiniert als DoP&C), CE-Kennzeichnungen, Umweltproduktdeklarationen (EPD nach EN 15804) und Sicherheitsdatenblätter – müssen aus verstreuten PDF-Archiven in ein versioniertes, maschinenlesbares Datenmodell überführt werden.
Produktdaten und Nachweise, die Sie jetzt erfassen sollten
Ein digitaler Produktpass basiert auf belastbaren Stammdaten und rückverfolgbaren Lieferantennachweisen. Für diese Produktgruppe sollten Sie vier Datenbereiche strukturieren:
DoP&C und technische Spezifikationen
- Kombinierte Leistungs- und Konformitätserklärung (Declaration of Performance and Conformity, DoP&C)
- Eindeutiger Kenncode des Produkttyps, harmonisierte Norm (hEN) oder ETA-Referenz
- Erklärte Leistungswerte (Brandschutzklasse, Tragfähigkeit, U-Wert, Schallschutz u. a.)
- Nachweise notifizierter Stellen (Notified Bodies), Prüfberichte und AVS-Bewertungsstufe
EPD- und Nachhaltigkeitsindikatoren
- Treibhauspotenzial (GWP gesamt, fossil, biogen, LULUCF) gemäß EN 15804+A2
- Drittverifizierte Umweltproduktdeklaration (EPD auf Produkt- oder Produktgruppenebene)
- Rezyklatanteil, Sekundärrohstoffe und biobasierte Materialanteile
- Daten für Gebäudezertifizierungen (DGNB, BNB, BREEAM, LEED, QNG)
Inhaltsstoffe und Sicherheit
- Materialzusammensetzung nach Gewichtsanteilen (Stahl, Aluminium, Holz, Glas, Polymere)
- Besonders besorgniserregende Stoffe der REACH-Kandidatenliste (SVHC > 0,1 Massen-%)
- Sicherheitsdatenblätter (SDB), VOC-Emissionsklassen und Chemikalienkonformität
- Rohstoffherkunft und Zertifikate (z. B. FSC/PEFC für Holz, Werkszeugnisse für Metalle)
Einbau, Betrieb und zirkulärer Rückbau
- Einbauanleitungen, Handhabungshinweise und Sicherheitsvorschriften
- Wartungs- und Instandhaltungsvorgaben sowie austauschbare Verschleißteile
- Technische Nutzungsdauer und Anleitungen für zerstörungsfreien Ausbau / selektiven Rückbau
- Hinweise zur Wiederverwendung (Re-Use), Aufbereitung oder stofflichen Verwertung
Typische Daten-Herausforderungen – und wie Sie Datenschulden vermeiden
Viele Bauprodukthersteller bieten tausende konfigurierbare Varianten (Maße, Verglasungen, Oberflächen, Beschläge), bei denen sich Leistungswerte und CO₂-Fußabdruck je nach Ausführung ändern. Wenn Generalunternehmer und Bauherren Produktdaten für digitale Gebäudelogbücher, QNG/DGNB-Nachweise und Ausschreibungen anfordern, wird die manuelle Dokumentenpflege schnell zum Engpass.
Wenn Sie Parameter und Nachweise bereits jetzt in einem gemeinsamen Datenmodell bündeln, sind Sie optimal auf die BauPVO-Produktpässe vorbereitet und beschleunigen gleichzeitig Ihre heutigen Ausschreibungsprozesse.
In 3 praktischen Schritten zum Start
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1
Produktfamilien nach hEN-Normen, DoP und EPD inventarisieren
Erfassen Sie, welche Produktlinien harmonisierten Normen unterliegen und wo Ihre heutigen DoP-, CE- und EPD-Dokumente gepflegt werden.
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2
Leistungs- und Klimawerte mit Artikel und Variante verknüpfen
Ersetzen Sie manuelle Dokumentenordner durch eine Struktur, in der Leistungswerte, GWP-Daten und Einbauanleitungen direkt am Produkttyp hängen.
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3
Rückverfolgbare Bauproduktpässe mit OC veröffentlichen
Bündeln Sie ERP-Daten, Lieferantennachweise und technische Datenblätter in Original Creation und teilen Sie diese per Link, QR-Code oder API.