Branchen Bauprodukte

Digitale Produktpässe für Bauprodukte

Mit der novellierten EU-Bauprodukteverordnung (BauPVO / CPR) wird der digitale Produktpass zum zentralen Knotenpunkt für Leistungs- und Konformitätserklärungen (DoP&C), CE-Kennzeichnung, Umweltproduktdeklarationen (EPD) sowie Einbau- und Sicherheitshinweise.

Novellierte BauPVO (EU) 2024/3110 Schrittweise über harmonisierte Normen Produkttyp- & Chargen-/Variantenebene
Digitale Produktpässe für Bauprodukte
Schwerpunkte im Produktpass

DoP&C & CE-Kennzeichnung · EPD & Klimadaten (GWP) · Einbau-, Betriebs- & Rückbaudaten

Rechtsrahmen CPR (EU) 2024/3110 + ESPR

Die novellierte Bauprodukteverordnung regelt digitale Produktpässe für harmonisierte Bauprodukte im Zusammenspiel mit ESPR.

Kerndokumentation DoP&C, CE und verifizierte EPD

Leistungs- und Konformitätserklärung verschmelzen zur DoP&C und werden direkt mit Umweltindikatoren verknüpft.

Markttreiber Ausschreibungen, BIM & DGNB

Bauherren, Generalunternehmer und Planer fordern schon heute maschinenlesbare Klima- und Gebäudepassdaten.

Was gilt – und warum diese Produktgruppe priorisiert ist

Die novellierte EU-Bauprodukteverordnung – CPR (EU) 2024/3110 modernisiert den Informationsfluss rund um Bauprodukte über den gesamten Gebäudelebenszyklus. Die Pflicht zum digitalen Produktpass greift schrittweise, sobald harmonisierte technische Spezifikationen (hEN und EAD) für die jeweilige Produktfamilie überarbeitet und das DPP-Registersystem der EU-Kommission für Bauprodukte eingerichtet sind.

Für Hersteller von Baustoffen, Fenstern, Türen, Tragwerkskomponenten, Dämmstoffen und Gebäudetechnik (TGA) bedeutet das: Vorhandene Unterlagen – wie Leistungserklärungen (künftig kombiniert als DoP&C), CE-Kennzeichnungen, Umweltproduktdeklarationen (EPD nach EN 15804) und Sicherheitsdatenblätter – müssen aus verstreuten PDF-Archiven in ein versioniertes, maschinenlesbares Datenmodell überführt werden.

Produktdaten und Nachweise, die Sie jetzt erfassen sollten

Ein digitaler Produktpass basiert auf belastbaren Stammdaten und rückverfolgbaren Lieferantennachweisen. Für diese Produktgruppe sollten Sie vier Datenbereiche strukturieren:

Leistung & CE

DoP&C und technische Spezifikationen

  • Kombinierte Leistungs- und Konformitätserklärung (Declaration of Performance and Conformity, DoP&C)
  • Eindeutiger Kenncode des Produkttyps, harmonisierte Norm (hEN) oder ETA-Referenz
  • Erklärte Leistungswerte (Brandschutzklasse, Tragfähigkeit, U-Wert, Schallschutz u. a.)
  • Nachweise notifizierter Stellen (Notified Bodies), Prüfberichte und AVS-Bewertungsstufe
Klima & Ökobilanz

EPD- und Nachhaltigkeitsindikatoren

  • Treibhauspotenzial (GWP gesamt, fossil, biogen, LULUCF) gemäß EN 15804+A2
  • Drittverifizierte Umweltproduktdeklaration (EPD auf Produkt- oder Produktgruppenebene)
  • Rezyklatanteil, Sekundärrohstoffe und biobasierte Materialanteile
  • Daten für Gebäudezertifizierungen (DGNB, BNB, BREEAM, LEED, QNG)
Material & Chemie

Inhaltsstoffe und Sicherheit

  • Materialzusammensetzung nach Gewichtsanteilen (Stahl, Aluminium, Holz, Glas, Polymere)
  • Besonders besorgniserregende Stoffe der REACH-Kandidatenliste (SVHC > 0,1 Massen-%)
  • Sicherheitsdatenblätter (SDB), VOC-Emissionsklassen und Chemikalienkonformität
  • Rohstoffherkunft und Zertifikate (z. B. FSC/PEFC für Holz, Werkszeugnisse für Metalle)
Gebäudelebenszyklus

Einbau, Betrieb und zirkulärer Rückbau

  • Einbauanleitungen, Handhabungshinweise und Sicherheitsvorschriften
  • Wartungs- und Instandhaltungsvorgaben sowie austauschbare Verschleißteile
  • Technische Nutzungsdauer und Anleitungen für zerstörungsfreien Ausbau / selektiven Rückbau
  • Hinweise zur Wiederverwendung (Re-Use), Aufbereitung oder stofflichen Verwertung

Typische Daten-Herausforderungen – und wie Sie Datenschulden vermeiden

In der Bauzulieferindustrie liegen DoP, EPD und Montageanleitungen meist bereits vor – allerdings isoliert in einzelnen PDF-Dateien ohne saubere Verknüpfung zur konkreten Artikelnummer, Maßvariante oder Kundenlieferung.

Viele Bauprodukthersteller bieten tausende konfigurierbare Varianten (Maße, Verglasungen, Oberflächen, Beschläge), bei denen sich Leistungswerte und CO₂-Fußabdruck je nach Ausführung ändern. Wenn Generalunternehmer und Bauherren Produktdaten für digitale Gebäudelogbücher, QNG/DGNB-Nachweise und Ausschreibungen anfordern, wird die manuelle Dokumentenpflege schnell zum Engpass.

Wenn Sie Parameter und Nachweise bereits jetzt in einem gemeinsamen Datenmodell bündeln, sind Sie optimal auf die BauPVO-Produktpässe vorbereitet und beschleunigen gleichzeitig Ihre heutigen Ausschreibungsprozesse.

In 3 praktischen Schritten zum Start

  1. 1

    Produktfamilien nach hEN-Normen, DoP und EPD inventarisieren

    Erfassen Sie, welche Produktlinien harmonisierten Normen unterliegen und wo Ihre heutigen DoP-, CE- und EPD-Dokumente gepflegt werden.

  2. 2

    Leistungs- und Klimawerte mit Artikel und Variante verknüpfen

    Ersetzen Sie manuelle Dokumentenordner durch eine Struktur, in der Leistungswerte, GWP-Daten und Einbauanleitungen direkt am Produkttyp hängen.

  3. 3

    Rückverfolgbare Bauproduktpässe mit OC veröffentlichen

    Bündeln Sie ERP-Daten, Lieferantennachweise und technische Datenblätter in Original Creation und teilen Sie diese per Link, QR-Code oder API.

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